Gebetsanliegen

 
von Roland Eckert
 
Im letzten Gemeindebrief brachten wir die Flutkatastrophe in Australien im Gebet vor Gott. Niemand hätte damals gedacht, dass wir auch in dieser Sammlung von Gebetsanliegen wieder an viele Menschen denken werden, die Opfer von Naturkatastrophen geworden sind.

Japan: Ein sehr starkes Erdbeben und ein Tsunami haben Japan schreckliches Leid gebracht. Wir bitten Gott für die vielen Menschen, die Angehörige verloren haben. Wir bitten ihn, für die Familien, die in der Flutwelle auseinandergerissen wurden. Auch die Menschen, deren Existenz im Sinne des Wortes weggewischt wurde, wollen wir vor unseren Gott bringen.
Dass eine solche Katastrophe auch ein Atomkraftwerk in Mitleidenschaft zog, macht die schwierige Situation noch auswegsloser. Wir wollen Gott bitten, dass er den Technikern Weisheit schenkt, die Folgen des Ausfalls vieler Sicherheitssysteme im Kraftwerk doch irgendwann noch bewältigen zu können. Unsere Bitte an Gott ist, dass er den Behörden und den Ingenieuren hilft, mit der Gefahr der Radioaktivität umzugehen, so dass keine Menschen zu schaden kommen müssen.

Libyien: Noch nicht vor langer Zeit haben wir, den Konflikt in Afganistan als Krieg zu bezeichnen gelernt. Und wir waren froh, dass er soweit weg ist. Jetzt ist in Libyen, gar nicht weit weg von Deutschland, ein weiterer Konflikt eskaliert. Ob man von Flugverbot redet oder vom Durchsetzten der Beschlüsse des Sicherheitsrates, es bleibt in der Praxis ein Krieg mit allen seinen Folgen. Wir bitten Jesus Christus, den Friedefürst, um seinen Frieden für die Welt. Wir merken, dass der Friede auf unserer Erde ein kostbares Gut ist, das wir Menschen nicht erhalten können. Wenn in dieser Welt irgendjemand Frieden schenken kann, dann er! Und so bitten wir unseren Herrn: Jesus Christus, schenke uns und deiner Welt deinen Frieden.

Baden-Württemberg: Die Landtagswahlen sind vorbei. Es steht fest, wer unser Bundesland in den nächsten Jahren regieren wird. Gott helfe den Politikern in Regierung und Opposition Entscheidungen zu treffen, die für unser Bundesland gut sind, vor allem auch für die Menschen, die darin leben. Wir bitten Gott um Politiker, die ihr Amt im Bewusstsein ihrer großen Verantwortung für die Menschen im Ländle wahrnehmen.

Dornhan: Auch bei uns, vor der Haustüre in Dornhan, gibt es viele Anliegen, die wir vor Gott bringen wollen: Persönliche Schicksale hier in unserer Nähe. Vielleicht sind Menschen betroffen, die wir kennen. Vielleicht sogar wir selbst. Wir bitten unseren Gott, dass er auch hier bei uns immer wieder eingreift, Frieden bringt, Heilung bewirkt und Hoffnung schenkt.
Wir bitten Gott für unsere Kirchengemeinde, dass er unsere Gemeinde zu einem Ort werden (und bleiben) lässt, der in dieser unruhigen Zeit uns allen ein Stück Reich Gottes sein kann. Noch unvollkommen und fehlerbehaftet aber doch schon ein Ort, der ein Vorgeschmack auf den göttlichen Frieden sein kann, wie wir ihn einst bei Gott erleben werden. Darum bitten wir Gott.

Bei allem, was wir in der Welt an Schwerem, Schlimmen und Traurigem entdecken, fallen uns manchmal gar keine Dinge mehr ein, für welche wir dankbar sein können.
Doch es gibt sie, die kleinen und großen Momente, in welche Gott sich in unserer Zeit offenbart. Und ich will versuchen, unseren Blick dieses Mal auch auf die unscheinbaren Dinge zu lenken, die wir im ersten Augenblick gar nicht mit Gott und seinem Wirken in Verbindung bringen würden:

Dornhan: Das rege Gemeindeleben, die vielen kleineren und größeren Gruppen und Kreise, die Mitarbeiter … das alles ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Geschenk Gottes. Dafür danken wir unserem Gott von Herzen. Dass wir nicht alleine als Christen unterwegs sind, sondern dass wir einander als Brüder und Schwestern haben.

Baden-Württemberg und Deutschland: Es ist wohl kaum alleine der Verdienst der Deutschen (und der Europäer), dass wir seit vielen Jahrzehnten in Frieden leben. Auch dass es uns im Vergleich zu anderen Teilen der Welt so gut geht - trotz vieler Krisen, ist ein Geschenk Gottes. Wir danken Gott für dieses Geschenk und wir bitten ihn, dass er uns hilft, dieses zu bewahren. Wir danken für die vielen Menschen, die in Schlüsselpositionen der Wirtschaft und Politik dazu beitragen und Rahmenbedingungen schaffen, dass der Frieden erhalten bleibt.

Libyen, Nordafrika und Mittlerer Osten: Auch hier entdecken wir Dinge, die uns dankbar werden lassen. Ja, es sind Revolutionen aus Menschenhand, verbunden mit viel Leid. Aber wir sehen, dass Ungerechtigkeit keinen Bestand hat. Wir danken Gott für Menschen, die in diesen Ländern aber auch zu allen Zeiten der Weltgeschichte den Mut hatten und haben, aufzustehen und sich gegen Ungerechtigkeit und Willkür zu erheben.

Japan: In allem Unglück gibt es auch im Umfeld von Naturkatastrophen Momente, in welchen wir sehr nachdenklich werden. Wenn sich verloren geglaubte Menschen wiederfinden; wenn nach neun Tagen Menschen lebend gerettet werden; wenn Leute, die alles verloren haben, mit viel Zuversicht anpacken und neu anfangen.

Sind das Zufälle? Wohl kaum: So wollen wir Gott danken, dass es in allem Leid  immer auch diese Zeichen der Liebe Gottes zu den Menschen gibt. Wir danken Gott auch, dass die Technik die Welt nicht nur kleiner hat werden lassen, sondern dass dadurch auch die Hilfe in solchen Regionen rascher und leichter möglich geworden ist. Wir erfahren nicht mehr erst nach Wochen, von solchen Ereignissen, sondern können unmittelbarer mithelfen, die Folgen zu lindern.
 
Auch dafür wollen wir Gott danken.