Gemeindebrief
Gemeindebrief Oktober - November 2011
Lobe den Herrn meine Seele!
so beginnt der Psalm 103. Wenn wir diesen Psalm beten, rufen wir es uns geradezu selbst zu: Seele, bleib nicht länger ruhig, fange an Gott zu preisen und ihm zuzujubeln. Lobe deinen Gott!
Wie könnte das besser gehen als mit Musik. Musik war schon immer und ist bis heute die Sprache der Seele. Rapper bringen ihre Gefühle, Gedanken und Empfindungen in ihren Texten ebenso zum Ausdruck wie Schlagersänger, die von der ewigen Liebe singen. Wir pfeifen, wenn wir glücklich sind, wir singen unter der Dusche. Töne, Musik, Lieder sind die Sprache der Gefühle. In den Färbungen der Töne der unterschiedlichen Instrumente und den vielen unterschiedlichen Möglichkeiten Töne aneinanderzureihen, gelingt es Komponisten und Musikern hörbar zu machen, was unsere Sprache alleine oft nicht vermitteln kann. Selbst wenn wir nicht viel von Musik verstehen, von Harmonielehre keine Ahnung haben und noch nie einen einzigen schönen Ton aus einer Trompete herauspressen konnten, gelingt es uns durch unser Summen, Singen und Pfeifen, die Luft zum Schwingen zu bringen und unseren ganz eigenen Gefühlen Ausdruck zu verleihen.
Wie schön, dass wir Menschen das können und um wie viel ärmer wären wir, wenn es die Musik, das Singen und Spielen nicht geben würde, - und doch gibt es noch eine Steigerung. Dann nämlich, wenn unsere Musik den Schöpfer des Himmels und der Erde preist. Dann hat diese ganz besondere Sprache unserer Seele ihre wahre Bestimmung gefunden.
In unserer Gemeinde kommt diese Sprache in vielen verschiedenen Ausprägungen zum Ausdruck. Unsere Kantorei jubelt Gott mit ihren Stimmen zu. Der Posaunenchor mit den Instrumenten. Die Organisten mit Hilfe einer großen Orgel oft im Zusammenspiel mit dem Gesang der ganzen Gemeinde. Dann gibt es das Musikteam, immer wieder Flautissimo, die Konfiband, Einzelne oder ganze Gruppen mit ihren Gitarren und noch vieles mehr. Ein vielstimmiger Chor zur Ehre Gott, der in den unterschiedlichsten Zusammenstellungen das Lob Gottes anstimmt.
Und auch, wenn sich beim großen Gemeindegesang der eine oder andere falsche Ton darunter mischt, tut das dem Lob Gottes nicht den geringst Abbruch. Vielmehr loben wir Gott mit unserer Musik, unserem Gesang mächtig und laut. Manche werden durch das Singen und Spielen sogar selbst angesteckt, es den anderen gleichzutun: In das Lied mit einstimmen, auch wenn die Melodie unbekannt ist, mitsingen, auch wenn man die Töne nicht trifft. Eine zweite Stimme dazu singen, auch wenn der Nachbar in der Kirchebank verzweifelt mit den Tönen und dem Text kämpft.
Das Gotteslob steckt an. Wenn Gott gelobt wird, können wir nicht still sein, können wir nicht schweigen.Das, was wir im Gesang und in der Musik erleben, will mir wie ein Vorgeschmack auf den Himmel vorkommen, wenn wir dort das Gotteslob in seiner Vollendung erleben dürfen. Einige denken wahrscheinlich jetzt, dass sie unter diesen Umständen lieber nicht in den Himmel wollen. Aber glauben Sie mir, im Himmel wird die Musik eine solch wunderbare Qualität haben, dass unsere Einteilung in Rock n´Roll, Hip-Hop, Posaunenchor und Volksmusik ohnehin ausgedient haben. Ich bin mir sicher, dass wir dort nicht nur Harfe spielen werden. Ganz im Gegenteil: Die Vielfalt und die Schönheit der Musik wird uns überwältigen.Der Psalm 103 endet mit den Worten:Lobet den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, dass man höre auf die Stimme seines Wortes! Lobet den Herrn, alle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen tut! Lobet den Herrn, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den Herrn, meine Seele! Lassen Sie sich mitreißen bei den vielen Gelegenheiten das Gottes Lob anzustimmen. In unserer Gemeinde gibt es für jeden Geschmack etwas. Stimmen Sie ein und singen sie ganz leise oder richtig laut mit. Die Musik hilft uns dabei, unserer Bestimmung näher zu kommen, nämlich unseren Gott groß zu machen, ihn zu ehren und zu loben.Und manchmal gibt es Momente, wo uns nicht mehr ums Loben ist oder wir für das Gotteslob keine Worte mehr finden. In solchen Momenten ist es ein großes Vorrecht und eine Hilfe, wenn wir uns dem lauten und fröhlichen Gotteslob der Gemeinde anschließen können. Aus dem gemeinsamen Loben heraus finden wir dann nicht selten selbst wieder zum eigenen Singen und Jubeln zurück.Rufen Sie es Ihrer Seele zu: "Lobe den Herrn, meine Seele!"
Ihr und Euer
Roland Eckert