Die Stadt Dornhan

Der Name "Dornhan" hat weder mit einem "Dorn", noch mit einem "Hahn" zu tun, obwohl beide im schönen Stadtwappen vorkommen.

Vielmehr stammt "Dornhan" von "Turn-heim", die Endung "heim" deutet auf fränkische Gründung.

 

Dornhan wird zum ersten Mal im Jahr 777 n. Chr. in einer Urkunde des Klosters Lorsch erwähnt. Solche Klöster ließen sich nur mit wertvollen Dingen beschenken.

 

Was war damals an Dornhan so wertvoll? Professor Decker-Hauff vermutete, dass damals die wichtigen Verkehrswege nicht durch das versumpfte Neckartal sondern oben auf der Höhe geführt wurden (siehe auch die "Römerstraße" bei Weiden!). Seit 1256 hat Dornhan das Stadtrecht.

Der Name "Marienkirche"

Der Name bezeugt das hohe Alter der Kirche. Sicher stand um 1000 n. Chr. schon eine Holzkirche am heutigen Ort. Die fränkischen Missionare, welche den christlichen Glauben zu unseren Vorfahren, den Alemannen, brachten, ersetzten die Verehrung der germanischen Götter durch christliche Heilige.

 

An die Stelle des Wettergottes Wodan mit seinem Mantel trat die Verehrung des Heiligen Martin, der seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Martinskirchen wie z.B. die von Sindelfingen gehören zu den ältesten Kirchen in Württemberg.

Der zürnende Gott Thor oder Donar wurde durch den Erzengel Michael ersetzt. (vgl. Michaelskirche in Oberndorf).

Petrus war den Germanen besonders wichtig, weil er als "fultrui", als guter Freund, den Schlüssel zum Eintritt in die Himmelsburg nach dem Tod hatte (Peterskirche in Peterzell). An die Stelle der Liebesgöttin Freia trat die Verehrung von Maria und ihrer Liebe zu Jesus und zum Volk Gottes.

 

Professor Decker-Hauff hat nachgewiesen, dass im Bistum Konstanz, von Konstanz bis zur Bistumsgrenze bei Wildberg, immer vier "M"-Kirchen (Martin, Michael, Mauritius, Maria) wie Perlen an einer Schnur nachweisbar sind.

Die Marienkirche in Dornhan gehört zu solch einem "M-Zentrum".

Weil die Dornhaner auf ihr Städtle stolz sind, sprachen sie immer von der "Stadtkirche" und haben darüber den ursprünglichen Namen "Marienkirche" fast vergessen.

Deshalb lautet er am besten "Marien-Stadtkirche".

Die letzten Kirchenrenovierungen:

1994: Einbau einer neuen Kirchenheizung (Warmluft-Bodenheizung statt der schrecklichen Bankheizung, wo winters die Leute unten froren, während sie oben auf der Empore vor Hitze "braten mussten"), neue Beleuchtung, neue Kirchenbänke statt der starren bisherigen Bänke, neue ("katholische") Liedanzeige, Deckenanstrich durch einen Restaurator.

1997: Kirchturmrenovierung

2013: Sanierung des Kirchendachs und der Aussenfassade. Dazu kam während der Dacharbeiten ein durch ein Hagelunwetter verursachter grosser Wasserschaden der eine Renovierung der Decke, der Elektrik und der Innenwände erforderlich machte.