Das Wappen an der Decke im Schiff, vorne:

 

ELHZW (Eberhard Ludwig, Herzog zu Württemberg) 1677-1733 (vgl. das gleiche Wappen in Sulz!)
Dieser Herzog war damals zugleich der oberste Bischof von Württemberg! Er lebte mit seiner Mätresse von Grävenitz. Weil seine Ehefrau das Schloss in Stuttgart nicht räumen wollte, gründete Eberhard Ludwig die Stadt Ludwigsburg und ließ das Schloss dort erbauen, wo er mit seiner Mätresse hauste. Um seine Untertanen in Dornhan zu erinnern, wer ihr Herr war, ließ er das Wappen an der Kirchendecke anbringen. (Gott sei Dank ist ein HÖHERER der Herr aller Herren!).


Das Wappen von Württemberg:
Wir sehen: die silbernen und schwarzen Rauten von Teck. (Die Grafen von Teck waren einst auch Besitzer von Oberndorf und von Dornhan, das sie zur Stadt erhoben).


Die Hirschhörner von Württemberg.
Die Reichssturmfahne, die in Markgröningen bei Ludwigsburg aufbewahrt wurde. In den Kriegen des deutschen Reiches durften die Schwaben als "die Tapfersten" die Sturmfahne dem Heer vorantragen. Deshalb ist sie im Wappen von Württemberg aufbewahrt.

 

Der "Heide von Heidenheim", das Heidenheimer Wappen. Unter Eberhard Ludwig kam die reiche Stadt Heidenheim auf der Ostalb zu Württemberg, und ihr Wappen wurde ins Württemberger Wappen aufgenommen. Es zeigt wie man sich einen "Heiden" damals vorstellte: das konnte nur ein Afrikaner, ein "Neger" mit brauner Haut, sein. Er trug die Kasper-Mütze, weil man sich Kasper, den einen der heiligen drei Könige (Kasper, Melchior, Balthasar) so vorstellte.

 

Die zwei Fische (die "Barben" von Mömpelgard/Montbéliard). Von 1397 bis 1792 gehörte das Gebiet von Mömpelgard/Montbéliard im heutigen Département Jura (Nr 25) von Frankreich zu Württemberg. Es war durch die Heirat der Gräfin Henriette mit einem Grafen von Württemberg zu uns gekommen. Montbéliard hat eine wichtige Rolle für die Geschichte unseres Landes gespielt: Der Herzog Ulrich fand dort nach 1519, als er aus Württemberg vertrieben worden war, Zuflucht und lernte dort über die Schweiz die Gedanken der Reformation kennen. Er verpfändete Montbéliard an den französischen König und erhielt so die Truppen, mit denen er am 13. Juni 1534 Württemberg wieder gewann und dort die Reformation einführte. Man kann also sagen: Montbéliard verdanken wir AUCH, dass wir evangelisch geworden sind.

 

Als der "Sonnenkönig" Ludwig XIV. 1685 die Evangelischen Frankreichs verfolgte, auf die Galeeren bannte und vertrieb, fanden nicht wenige evangelische Glaubensflüchtlinge Zuflucht in Mömpelgard. Ihre Nachfahren wurden später Facharbeiter in der Auto- und Fahrradfabrik des evangelischen Unternehmers Peugeot, der vorzugsweise Evangelische als Arbeiter anstellte und mit ihnen Bibelstunden hielt (!!).