Das Uhrwerk

Die Kirchenuhr war in früheren Zeiten die einzige Zeit-Angabe.

Die Glocken läuteten um 6 Uhr morgens, und alles stand auf, um 11 Uhr läutete es die Friedensbitte (seit 1529 während der Türkengefahr durch Martin Luther eingeführt: verleih uns Frieden gnädiglich…), und die Leute auf dem Feld wussten: wir müssen zum Mittagessen und zum Viehfüttern heim.

Um 15 Uhr läuteten die Glocken zur Erinnerung an die Todesstunde Jesu.

Um 18 Uhr läutete es den Abend ein und viele Menschen beteten: Liebster Mensch, was mag's bedeuten/ dieses späte Abendläuten?/ Es bedeutet abermal/ meines Lebens Ziel und Zahl…

Ab 18 Uhr durfte sich auch kein Kind und kein Jugendlicher mehr draußen aufhalten!!

(Übrigens: Der Vertrag, wonach die bürgerliche Gemeinde sich bei den Kosten für den Kirchturm, für die Turmuhr und die Mesnerbesoldung beteiligt, stammt aus dieser Zeit, als praktisch die Turmuhr die einzige Uhr im Dorf oder Städtchen war!)

Im Jahr 1992 wurde ein elektronisches Uhrwerk eingebaut.
Dieses erhält per Funk die aktuelle Zeit von der Atomuhr der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt Braunschweig.