Unvergessliches Kantorei Jubiläum

(von Hanni Vollmer)


50 Jahre Kantorei Dornhan, eine wirklich beachtliche Wegstrecke, die im Rahmen eines Festgottesdienstes gebührend gefeiert wurde.
Mit "Jauchzet Gott dem Herren" bot die Kantorei voll Energie ihre erste musikalische Einlage.

Begeistert lauschten die Besucher den expressiven Klängen von "Neuer Psalm 98" mit Janina Schaible, Klavier, und Sabine Klein, Flöte. In ihrer Predigt ging Pfarrerin Herr auf das Musizieren und Singen und gezielt auf die Kantorei im Städtle ein.

Herzliche Abschiedsworte hatte die Pfarrerin für Larisa Malinkova, die am Sonntag die Kantorei zum letzten Mal dirigiert hat. Rolf Link als Vorsitzender der Kantorei dankte ebenfalls allen 35 Sängerinnen und Sängern für ihren Einsatz an Zeit, Kraft und Treue, sowie allen Gastsängern bei Konzerten und allen bisherigen Chorleitern und Helfern.

Die Kantorei, 1963 aus dem Mädchenkreis und dem Posaunenchor heraus entstanden und von Lotte Ludwig damals geleitet, könne auf eine lange erfolgreiche Chorarbeit zurückblicken.

Als neuen Chorleiter konnte die Kantorei Kirchenmusikdirektor i.R. Reinhard Bauer gewinnen. Beim Sektempfang würdigte Bürgermeister Huber die Durchhaltekraft der Kantorei. Auch seitens der kath. und evang.-meth. Kirchen kamen Glückwünsche. Pfarrerin Susanne Gaißer aus Horb, zuständig für Kirchenmusik im Bezirk Sulz, überbrachte ein Geschenk.

Tobias Haas sprach für den KKF. Gerd Fischer dankte Rolf Link im Namen der Kantoreimitglieder für sein unermüdliches Schaffen. Er hätte immer alles im Blick, würde alles erledigen.

Beim Mittagessen und Kaffee mit den Familienangehörigen konnten die Sängerinnen und Sänger sich endlich gemütlich zurücklehnen, genießen, feiern.

Ansprache zum Kantoreijubiläum von Rolf Link:

Liebe Gemeinde,

wir feiern heute das 50-jährige Bestehen der Kantorei.
Aus einem Mädchenkreis und dem Posaunenchor heraus entstanden und von Frau Ludwig geleitet, können wir auf diese lange und wie ich denke auch erfolgreiche Chorarbeit zurückblicken.

Weil dieser Anfang gleitend war, Mädchenkreis und Posaunenchor trafen sich nach ihren Gruppenabenden zum gemeinsamen Proben, um Stücke für den Gottesdienst einzuüben, können wir gar nicht ganz genau sagen, wann die Kantorei gegründet wurde.
Wir haben überlegt und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es etwa 1963 gewesen sein könnte.

Eine weitere Unklarheit besteht darin, dass wir nicht wissen, seit wann die einzelnen Sängerinnen und Sänger schon dabei sind und wer schon alles mitgesungen hat. Die meisten der jetzigen Chormitglieder können das von sich auch nicht mehr genau sagen.
Was wir wissen ist, dass noch eine Sängerin und zwei Sänger von Anfang an dabei sind, also
50 Jahre.

Aus dieser Unklarheit heraus, wollen wir keine Ehrung einzelner Sängerinnen  und Sänger für ihre Treue zum Chor vornehmen und auch keine Urkunden überreichen.

Ich möchte allen, die von Anfang an dabei sind, oder schon Jahrzehnte mitsingen, die später dazugekommen sind und auch denen die uns erst seit kurzer Zeit unterstützen, ganz herzlich Dank sagen für ihren Dienst, für den Einsatz an Zeit, Kraft und Geld, für ihre Treue.

Nun möchte ich nicht den Eindruck erwecken, dass uns das Singen in der Kantorei nur als großes Opfer vorkommt, im Gegenteil, wir haben viel Freude und Erfüllung beim Singen erfahren, wir sind auch Beschenkte.
Ob es einfache Kanons, Choräle, doppelchörige Stücke, Motetten, Kantaten, Passionsmusiken, Volkslieder, Konzerte mit oder ohne Orchester waren, ob die Kantorei größere Werke allein, oder mit der Schramberger Kantorei zusammen das Weihnachts-Oratorium von J. S. Bach, mit dem Chor aus Klosterreichenbach den Messias von G.F. Händel und mit dem Liederkranz aus Owen (Auen) das Requiem von Carl Jenkins sang, ob deutsch, lateinisch, englisch oder französisch, immer war das auch mit viel Freude verbunden.
In diesen 50 Jahren haben wir über 600 Stücke eingeübt und gesungen¸ genaue Aufzeichnungen gibt es auch da nicht.
Immer wieder wurden wir von einzelnen Gastsängern aus unserem Bekanntenkreis unterstützt. Auch ihnen möchte ich heute ganz herzlich danken.

Wir denken auch gern an die Chorwochenenden, die wir zur Vorbereitung von Konzerten durchgeführt haben. Neben der Probenarbeit kam dabei die Geselligkeit nicht zu kurz. Bei Ausflügen und Wanderungen haben wir ebenfalls unsere Gemeinschaft gefestigt.

Diese 50 Jahre wurden auch möglich, weil sich immer wieder Chorleiter bereit gefunden haben, die Kantorei  zu leiten.
Wie schon gesagt hat Frau Lotte Ludwig die Kantorei ins Leben gerufen.
Ihr folgten:            
Hermann Müßigmann                               
Manfred Walter                                       
KMD Reinhardt Bauer
Erika Rieder                                              
Markus Arnold
Carl-Martin Holweger    
Larisa Malikova                                 
Nicht vergessen wollen wir Herrn Fässler-Hertweck, der uns in einer Zeit ohne Chorleiter ausgeholfen hat.

Wir denken an sie mit großer Dankbarkeit und begrüßen sie, soweit sie hier im Gottesdienst sind, ganz herzlich.

Dass es heute nicht mehr selbstverständlich ist, einen Chorleiter zu finden, haben wir auch erfahren müssen.
Wir sind daher sehr dankbar, dass immer wieder jemand dazu bereit war, auch einmal nach über einem Jahr Vakanz.
Als kleines Wunder möchte ich es einstufen, dass sich nach dieser langen Pause wieder alle Sängerinnen und Sänger zu den Proben einfanden.

Die Kantorei sieht ihren Schwerpunkt auch weiter in der Verkündigung durch die Musik.
Wir wollen die verschiedenen Gottesdienste unserer Kirchengemeinde mit gestalten und auch in Konzerten mit größeren Werken, die frohe Botschaft von Jesus weiter sagen.
Dabei ist es uns wichtig, dass wir alle Altersgruppen mit unseren Liedern ansprechen und unsere Freude an klassischer und moderner Kirchenmusik weitergeben können.
Um dies zu erreichen, soll die Freude am Singen auch bei den Chorproben im Mittelpunkt stehen.

Wir hoffen, dass uns das immer wieder gelungen ist und weiter gelingt.

Ich möchte an dieser Stelle auch allen danken, die durch ihre Spenden dazu beigetragen haben, dass wir Werke mit Orchester und Solisten aufführen konnten. Immer wieder wurden wir dazu von Dornhaner Geschäftsleuten und Privatpersonen unterstützt.

Danken möchte ich dem Kantorei -Team für seine Arbeit. Es ist das Gremium im Chor, das in besonderer Weise für die Leitung der Kantorei zuständig ist.

Nach diesem Blick zurück, möchte ich noch einen kleinen Blick in die Zukunft tun.

Für Frau Malikova war dies heute ihr letzter Dienst als Chorleiterin der Kantorei.
Aus privaten Gründen muss sie die Leitung abgeben. Wir danken ihr ganz herzlich für ihre Arbeit und hoffen, dass der Kontakt zu ihr nicht ganz abreißt und wir sie als Sopransolistin wiedersehen. Sie hat erst bei unserem letzten Konzert gezeigt, welch ausgereifte und schöne Stimme sie hat.   

Als Nachfolger konnten wir KMD Reinhard Bauer gewinnen. Er wird uns nach den Sommerferien leiten.
An erster Stelle unseres Dienstes steht nach wie vor der Gottesdienst. Nach unseren personellen und finanziellen Möglichkeiten wollen wir auch weiterhin größere Werke aufführen.

Wir freuen uns natürlich sehr über neue Sängerinnen und Sänger. Tun Sie sich etwas Gutes, kommen Sie zum Singen in die Kantorei.

Zum Schluss möchte unserem Gott und Vater durch Jesus Christus für alle Freude, für alles Gelingen, für seine Treue zu uns danken. Ich möchte ihn bitten, auch in Zukunft seine Hand über uns zu halten und unseren Dienst zu segnen.