Besuch in Haßleben


Eine alte Freundschaft verbindet unsere evangelische Kirchengemeinde Dornhan mit der Kirchengemeinde im thüringischen Haßleben.
In den achtziger Jahren kam der Kontakt zu DDR-Zeiten zu Stande, die Dornhaner unterstützten damals die Haßlebener u.a. mit Baumaterial zur Erhaltung des Kirchengebäudes.
Spätestens alle zwei Jahre trifft man sich seither in einer der beiden Gemeinden. Ende Juli fuhren die Dornhaner mit zwei Kleinbussen und zwei PKWs am Samstagmorgen in aller Frühe los. Das erste Ziel war die Wartburg bei Eisenach. Dort stand die Besichtigung der Burg auf dem Plan, wo Martin Luther im Jahre 1521 in nur 11 Wochen das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche übersetzt hatte.  Der Führer war sehr engagiert und unterhaltsam, wenn auch seine Kenntnisse weniger auf die reformatorischen Ereignisse sondern mehr auf die Burg als Gebäude konzentriert waren.
Am Nachmittag ging es weiter nach Erfurt zum Dom. Hier nahm sich Dombaumeister Andreas Gold persönlich Zeit, um die Gruppe durch den Dom, zu den Glocken und dort vor allem zur "Gloriosa" zu führen.   
Die Gloriosa, auf Deutsch "die Ruhmreiche", ist die größte frei schwingende mittelalterliche Glocke der Welt. Sie wiegt 11,5 Tonnen, ist 2,60 m hoch und hat einen Durchmesser von 2,50 Metern. Der Klöppel wiegt bereits fast eine Tonne. Eine erstaunliche Leistung, diese Glocke mit einem einzigartigen Klang im 15. Jahrhundert zu gießen und auch noch hoch in den Turm zu bringen. Dombaumeister Gold konnte seine Zuhörer mit seinem umfassenden Wissen begeistern, man könnte ihm stundenlang zuhören.
Gegen Abend trafen sich dann die Dornhaner Besucher mit den Haßlebern in deren Gemeindehaus.
Nach einem guten Essen, bei dem auch die legendären Thüringer Bratwürste nicht fehlen durften, wurde die Kirche besichtigt. Nachdem vor ein paar Jahren der Kirchturm und das Dach instandgesetzt wurden, sind derzeit im Innern Arbeiten an der Decke im Gange. Die sogenannte Donnerstagstruppe trifft sich seit Jahren jeden Donnerstag, um mit viel persönlichem Einsatz ehrenamtlich ihren Teil an der Renovierung beizutragen.
Es ist allerdings noch sehr viel Geld und Einsatz erforderlich, um alles wieder auf Vordermann zu bringen.
Am Sonntagmorgen wurde gemeinsam Gottesdienst gefeiert. Dieser wurde geleitet von Pfarrer Franz Schwarz. Die Predigt hielt der Dornhaner Pfarrer Hansjörg Landenberger. Pfarrer Schwarz vom nahen Kloster St. Wigberti in Werningshausen war es auch, der schon in den achtziger Jahren durch großen persönlichen Einsatz den Verfall der Kirche aufgehalten hat.
Beim Mittagessen und anschließendem Kaffetrinken konnten noch einmal die Kontakte vertieft und alte Erinnerungen aufgefrischt werden. Die Dornhaner machten sich dann nach einem bewegenden Abschied wieder auf den Heimweg. Was jedoch vorher nicht fehlen durfte, war ein Gruppenbild und das gemeinsam gesungene Lied von der  schwäbschen Eisenbahne, das bei jedem Treffen obligatorisch ist.