Unsere Kirche

Die Stadtkirche von Dornhan ...

 

... geht auf sehr alte Ursprünge zurück. Sie wurde von den Missionaren, die unseren Vorfahren, den Germanen, den christlichen Glauben brachten, als Trägerin von Gottes Liebe an die Stelle der heidnischen Liebesgöttin Freia gesetzt. Auch baulich können wir Spuren der alten Kirche sehen: Die Buckelquadersteine am Kirchturm, die Plastiken an der Außenseite des Chors und der Sakristei bezeugen den romanischen Ursprung unserer Kirche. Diese litt wie die Stadt unter häufigen Feuersbrünsten. Nach 1510 bekam die Kirche ihre heutige äußere Gestalt im Stil der Spätgotik. Dieser Stil ist vor allem im Chor und bei den Außenfenstern noch rein erhalten. Beim furchtbaren Stadtbrand am 25. Juli 1718 wurde die Kirche schwer betroffen. Sie war den Dornhanern als Mittelpunkt ihrer Stadt und des geistlichen Lebens so wichtig, dass sie schon ein Jahr später im Jahr 1719 wieder aufgebaut war. Davon zeugen das Eingangsportal der Kirche und die wunderschöne Sakristeitür mit dem Motiv des Lebensbaums. Beide tragen das Datum 1719.

 

Dornhan war eine württembergische Verwaltungsstadt inmitten von vorderösterreichischem Gebiet. Deshalb wurde das württembergische Wappen mit den Buchstaben ELHZW ("Eberhard Ludwig, Herzog zu Württemberg") an der Kirchendecke angebracht. Es zeigt die Hirschhörner von Württemberg, die Reichssturmfahne von Markgröningen, die Rauten von Teck, die zwei Fische ("Barben") von Mömpelgard, heute Montbéliard in Frankreich, von 1347 bis 1792 bei Württemberg, dazu den "Heiden von Heidenheim", das Heidenheimer Stadtwappen, weil die Stadt Heidenheim zu Württemberg gekommen war. An der Chordecke sehen wir aufgemalte Heilpflanzen, weil wir unser Heil und Leben in Christus finden. Die Fenster im Osten des Chors zeigen von links nach rechts die bedrohte Menschheit (die Sünde Adáms, des Menschen ALLER Zeiten, Kains Brudermord, die Katastrophe der Sintflut, den Hochmut des Turms von Babel), in der Mitte die Erlösung durch das Leiden und Sterben von Jesus, rechts die Vollendung der Welt: Visionen aus der Offenbarung, dem letzten Buch der Bibel: Die Frau (Maria) und der Erzengel Michael, der den Drachen besiegt (Offenbarung 12), die Schar der Erlösten (Offenbarung 15). An der Südseite des Chors sehen wir die Begegnung des auferstandenen Jesus mit Maria Magdalena. Beim Taufstein befindet sich ein schönes Fenster des Ulmer Glasmalers Geyer. Es zeigt Johannes den Täufer und die Taufe von Jesus, den "fröhlichen Wechsel" ("und wenn eure Sünde blutrot wäre, soll sie doch schneeweiß werden wie die Wolle") und die Hoffnung auf die Befreiung der ganzen Kreatur (Römer 8, ff.).

 

Unsere Kirche ist für uns ein Ort, der uns erinnert, wie viel dort gebetet und die frohe Botschaft verkündigt wurde. Sie ist für uns ein Ort, wo wir froh und dankbar miteinander Gottesdienst feiern und um die Gegenwart des auferstandenen Jesus Christus bei uns auf der Welt bitten.