Abendmahlsfeiern in der Karwoche

Weil zur Zeit keine öffentlichen Gottesdienste stattfinden können, hat das Kollegium des Oberkirchenrats unserer Evangelischen Landeskirche folgende Regelungen getroffen:


1. Abendmahlsfeiern im Fernsehen oder als Livestream
Da nach den staatlichen Vorgaben Gottesdienste im kleinsten Rahmen zur Aufzeichnung oder medialen Verbreitung möglich sind (Verordnung des Kultusministeriums vom 2. April 2020), können Abendmahlsfeiern in Kirchen im kleinsten Rahmen stattfinden und medial übertragen werden.

Wenn ein solcher Gottesdienst mit wenigen Anwesenden unter Beachtung der seuchenpräventiven Gesichtspunkte gefeiert wird, ist es eine vollgültige Abendmahlsfeier. In den Gaben von Brot und Wein ist Christus gegenwärtig.

Durch die Teilnahme am Mahl entsteht die Gemeinschaft mit Christus und untereinander. Dies alles ist am Bildschirm nicht in derselben Weise möglich wie in der im Kirchenraum zum Gottesdienst versammelten Gemeinde.

Daher ist die leibhafte Teilnahme an einem Abendmahlsgottesdienst von einer Teilnahme durch mediale Vermittlung zu unterscheiden.

Daraus folgt: Wer eine Abendmahlsfeier am Bildschirm verfolgt, ist so dabei, wie wenn jemand bei der Austeilung in der Bankreihe bleibt und im Gebet verbunden ist.

2. Familienabendmahlsfeiern in den Häusern
Immer wieder wird gefragt, ob es möglich ist, in den Familien Abendmahl zu feiern.
Nach der Abendmahlsordnung soll niemand die Abendmahlsfeier leiten, der nicht von der Landeskirche hierzu ermächtigt oder beauftragt ist.

Doch angesichts der aktuellen Krise hat das Kollegium des Oberkirchenrates beschlossen, die entsprechenden Regelungen für eine Hausabendmahlsfeier für Gründonnerstag (9. April 2020) und Karfreitag (10. April 2020) mit Verweis auf die besonderen Umstände auszusetzen, den Familien also die Abendmahlsfeier im häuslichen Kreis an diesen beiden Tagen zu gestatten, auch wenn keine von der Landeskirche ausgebildeten und ermächtigten Personen im Sinne der Abendmahlsordnung anwesend sind, die die Feier leiten.

Hierzu legt der Oberkirchenrat eine Liturgie mit den erforderlichen Hinweisen bei, anhand derer das Abendmahl zu feiern ist. Das Abendmahl ist im Familien- bzw. Haushaltsverband zu feiern und kein Anlass, das Versammlungsverbot umgehen zu wollen. Die üblichen Regeln des Abstandhaltens und hygienischer Vorsichtsmaßnahmen sind selbstverständlich einzuhalten. Daher wird man nicht mit dem Gemeinschaftskelch feiern.

Hier kann die Liturgie heruntergeladen werden.